Die freiwilligen Mitarbeiter
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In der heutigen Zeit hat freiwilliges, soziales d. h. zivilgesellschaftliches Engagement einen besonderen Stellenwert:
Die Motivation zum Engagement und der die Arbeit tragende Geist hat kaum mehr etwas mit dem Ehrenamt des ausgehenden 19. Jahrhunderts gemeinsam (Stichwort: Dominanz der institutionellen Kirchen; Soziallehre). Seiner Zeit waren Ehrenamtliche in der Regel (Erfüllungs–) Gehilfen Geistlicher und Ihrer Institutionen ohne eigene Entscheidungskompetenz. Die Freunde alter Menschen dagegen stehen für ein teamorientiertes, selbstbewußtes Engagement aller ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Unsere Philosophie des Helfens und der Sozialarbeit lautet:
Weg von starren Institutionen mit Dominanz hauptamtlicher Mitarbeiter, hin zu einer von eigenverantwortlichen, freiwilligen Mitarbeitern getragenen Sozialarbeit. Ziel ist es, in einem Team zu arbeiten und Entscheidungen zu treffen. So sind unsere Vorstandssitzungen beispielsweise seit einiger Zeit vereinsöffentlich, d. h. allen Vereinsmitgliedern offen. Die Resonanz hierauf war und ist sehr positiv und die damit geschaffene Möglichkeit, sich unmittelbar Gehör zu verschaffen, hat die allgemeine Motivation nur beflügelt. Nach unserem Verständnis sind Erfahrungsaustausch, Supervision, Anerkennung, Respekt und Fortbildung etc. ein Anspruch freiwilliger Mitarbeiter allgemein. Gerade die von freiwilligen geleistete Beziehungsarbeit ist die unverzichtbare Ergänzung zum karitativen Pflege- und Dienstleistungsbereich. Sie insbesondere sorgt für die zumeist vernachlässigte menschliche Komponente und fördert damit überhaupt erst ein menschenwürdigeres Leben.
Die Mitarbeiterstruktur der Freunde alter Menschen trägt diesem durch die herrausragende Bedeutung des Ehrenamts Rechnung:
Von der sozialen Hilfe bis hin zur Verwaltung und Geschäftsführung werden bei den Freunde alter Menschen fast alle Funktionen ehrenamtlich ausgefüllt. Die hauptamtlichen Mitarbeiter arbeiten dabei unmittelbar mit den Freiwilligen an der Kernaufgabe unseres Vereins.
Einsparungen werden bei uns nicht, wie anderswo leider oft zu beobachten, beim Helfen, an der Basis bzw. unserem sozialen Engagement vorgenommen, sondern nur im Bereich unserer Verwaltung und anderer nicht zu unserem unmittelbaren Vereinszweck gehörenden Hilfsfunktionen. Wir verstehen dies als ein zukunftsweisendes Modell des sozialen Engagements in der heutigen Zeit des Sozialabbaus.
Formen der freiwilligen Mitarbeit
Die Integration eines neuen Mitarbeiters läuft in der Regel nach folgendem Schema ab:
In einem ersten Vorstellungsgespräch soll die Motivation zur Mitarbeit geklärt und eine zutreffende Vorstellungen der Arbeit des Vereins sowie seiner Philosophie vermittelt werden. Daran schließt sich eine Reflexionsphase an: Informationen sollen sich »setzen«. Aus dem Wunsch zur Mitarbeit soll im Idealfall eine feste Absicht werden. In dieser Phase entscheidet sich der künftige Mitarbeiter, ob der Verein auch wirklich die für ihn passende Möglichkeit zum sozialen Engagements darstellt. Sollte dies nicht der Fall sein, werden ihm Orientierungshilfen angeboten zu anderweitigem und seiner Persönlichkeit entsprechenden Möglichkeiten des Engagements. Besteht aber beiderseits ein echtes Interesse, so findet ein zweites Gespräch statt. Nun beginnt die eigentliche Integrationsphase. Der neue Freiwillige wird von erfahrenen freiwilligen Mitarbeitern in die Besuchsarbeit mit den alten Menschen eingeführt.

Diese Integrationsphase wird durch regelmäßige Gruppengespräche unter Mitwirkung von hauptamtlichen bzw. erfahrenen freiwilligen Mitarbeitern begleitet. Eventuell aufgetretene Schwierigkeiten mit dem normalerweise einmal wöchentlich besuchten alten Menschen können damit aufgearbeitet werden. Begleitend werden Fortbildung angeboten, die z. B. folgende Themen zum Inhalt haben können: Zuhören lernen, Berührungsängste vor Behinderungen abbauen, Krankheits– und Todesproblematik usw. Gleichzeitig lernt der neue Mitarbeiter andere Freiwillige und die Struktur des Vereins kennen. Die regelmäßige Teilnahme an den Teambesprechungen wird vorausgesetzt, da jeder Mitarbeiter die Arbeit des Vereins in ihrer Gesamtheit kennen und mit tragen soll.
Neben der direkten Arbeit mit alten Menschen, gibt es die Möglichkeit, sich in Arbeitsgruppen wie Öffentlichkeitsarbeit, Ferienvorbereitung, Koordination der Teamarbeit und ähnliches zu engagieren. Nach dieser etwa vierteljährlichen Integrationsphase wird dann in einem dritten Gespräch noch einmal »alles auf den Punkt« gebracht: Der Freiwillige ist nun ein vollwertiges, aktives Mitglied des Vereins und kann diesen auch nach außen hin repräsentieren. Kriterien der Mitarbeiterauswahl sind u.a.: Ausgeglichenheit, keine überzogener Altruismus, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewußtsein, Teamfähigkeit (keine »Einzelkämpfer«)!
Punktuelle, freiwillige Mitarbeiter
Im Unterschied zum regelmäßigen Mitarbeiter bietet der punktuelle Mitarbeiter ein im Zeitvolumen stärker begrenztes Engagement dem Verein an. Oft handelt es sich z. B. um das Angebot von Fahrdiensten. So hat der »punktuell« freiwillige Mitarbeite vielleicht nur 2 Stunden an einem Tag im Monat Zeit, um dem Verein z. B. beim Transport der alten Menschen zu helfen.