Charta des Vereins Freunde alter Menschen
Stand 10/2005
Grundwerte
Seit dem ersten Impuls, den Armand Marquiset im Jahr 1946 der Aktion der petits frères des Pauvres gab, stützt sich diese Aktion an jedem Ort, wo sie statt findet, auf folgende Grundwerte: Die Einmaligkeit jedes Menschen – die Menschenwürde, ohne daß Herkunft, Lage, körperliche und psychische Verfassung oder der soziale Status eine Rolle spielen – die Freiheit jedes Menschen – Freundschaft und Verläßlichkeit.
Aufgaben
Integrieren
Durch unsere Initiative können alte Menschen, Freiwillige, Hauptamtliche und Spender diese Werte teilen und gemeinsam leben. Die Freunde alter Menschen helfen Hochbetagten, die an Einsamkeit und Isolation leiden, wieder am sozialen Leben teilzunehmen.
Freundschaften pflegen
Freundschaft bedeutet für uns, ein solidarisches Miteinander im Gemeinwesen durch konkrete Aktionen nachhaltig zu fördern. Die freundschaftliche Beziehung zu alten Menschen ist die Kernaufgabe der Freunde alter Menschen. Für den anderen immer offen zu sein heißt für uns auch, die Einzigartigkeit eines jedes Menschen zu respektieren und soziale Verantwortung zu tragen.
Streben nach Lebensqualität und Lebensfreude
Die Freunde alter Menschen schenken „Blumen vor dem Brot”. Getreu diesem Motto stellen sie die Qualität der persönlichen Beziehung in den Vordergrund. Freuden und Leiden werden geteilt, Lösungen für auftretende Probleme werden gemeinsam gesucht.
Herantreten an die Öffentlichkeit
Die Verantwortung des Vereins besteht darin, Nöte von alten Menschen aufzuzeigen, Lösungen vorzuschlagen und diese der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Tätigkeitsfelder
Die Freunde alter Menschen gehen mit den Menschen, die sie begleiten, eine freundschaftliche Beziehung ein. Sie organisieren betreute Wohnformen für demenzkranke Menschen und unterstützen Initiativen zu deren Verbreitung.
Begleiten
- Wir erkennen und nehmen den Menschen in seiner Einzigartigkeit an.
- Wir achten seine Würde, seine Intimität und seine persönliche Biographie und Lebensweise
- Wir wollen ihm (Ansprech-) Partner und Fürsprecher sein.
- Wir unterstützen ihn, seine Potentiale zu entdecken, und geben ihm die Möglichkeit, seine Wünsche und Sehnsüchte zum Ausdruck zu bringen.
- Wir stehen ihm zur Seite, richten uns nach seinem Rhythmus und berücksichtigen seine persönlichen Bedürfnisse und ggf. vorhandene Behinderung.
- Wir unterstützen ihn selbstbestimmt leben zu können.
Gemeinschaftlich handeln
Das Begleiten alter Menschen ist ein gemeinschaftliches Projekt, an dem ein Team von Freiwilligen und Hauptamtlichen im Verein beteiligt ist und das in Absprache mit professionellen Partnern im Hilfesystem des alten Menschen stattfindet. Ausdrückliches Ziel ist es Verwandte, den Freundeskreis und die Nachbarn einzubeziehen.
Öffentlich berichten
Wir verstehen uns als Anwalt und Fürsprecher nicht nur der von uns begleiteten alten Menschen, sondern Hochbetagter im allgemeinen. Daher fühlen wir uns verpflichtet, über das, was wir in unserer Begegnung mit alten Menschen erfahren, in Politik und Öffentlichkeit zu berichten. Wir informieren durch unsere Aktionen und Projekte, aber auch durch Veröffentlichungen und offizielle Stellungnahmen.
Leitlinien und Grundsätze des Vereins
Zur Gestaltung der Begleitung unserer alten Freunde wird folgendes vereinbart:
Die freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichten sich,
- im Rahmen ihrer Aufgaben die Charta zu beachten;
- am Vereinsleben aktiv teilzunehmen und die übernommenen Aufgaben zu erfüllen;
- im Team zu arbeiten;
- sich weiterzubilden, um ihre persönlichen Aufgaben besser zu erfüllen;
- Vertraulichkeit zu wahren.
Die Hauptamtlichen verpflichten,
- diese Charta im Rahmen ihrer Arbeitsverträge zu beachten.
Der Verein verpflichtet sich,
- Freiwillige nach ihren eigenen Wünschen und Kompetenzen einzusetzen und sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen;
- die Aufgaben jedes einzelnen zu definieren und Aktionen zu koordinieren;
- die erforderliche Unterstützung zu leisten und eine adäquate Fort- und Weiterbildung anzubieten;
- die Erfahrungen von allen Beteiligten zur Geltung zu bringen und den Austausch darüber zu fördern,
- den Erfolg der Vereinsaktivitäten regelmäßig auszuwerten und, wenn nötig, sie gegebenenfalls neu zu gestalten.
siehe auch:
Unsere Satzung, Stand 22.05.2000